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Begeistertes Kletterteam – Unser Tandem des Monats im April: Abdul und Franziska

 













Unser Tandem des Monats April: Abdul und Franziska. Die beiden kennen sich nun schon seit über einem Jahr und Mentorin Franziska ist ein fester Bestandteil im Leben ihres elfjährigen Mentees und seiner Familie. Als wir die beiden zu einem gemeinsamen Boulder-Ausflug in der Notunterkunft abholen, ist Franziska schon da und liest zusammen mit Abduls Mutter die Schulbriefe der letzten Woche. Kostenlose Nachhilfe für Kinder mit Berlin-Pass wird in einem angeboten. Ein „Boys Day“ zur Berufsorientierung in einem anderen. „Abdul, du kannst für einen Tag mit jemand zusammen zur Arbeit gehen und zuschauen. Möchtest du da mitmachen?“ – „Weiß nicht“ murmelt Abdul und bindet sich die Schuhe. „Ich glaube, er hat wieder Zahnschmerzen“ erklärt Franziska. Die hat Abdul schon seit Tagen. Bis zum Zahnarzttermin in zwei Wochen will er aber tapfer durchhalten und sich den Spaß an den Treffen mit Franziska nicht vermiesen lassen. Wir ziehen also los Richtung Pankow zur Boulderhalle Berta Block.

Dort angekommen blüht Abdul sichtbar auf. Flink klettert er eine Wand nach der anderen hoch. „Ist gar nicht anstrengend“ hören wir ihn von oben rufen. „Naja, ein bisschen schon“ meint Franziska, aber sie hält gut mit. 














Nach einer Weile gönnen die beiden sich eine Pause. Es gibt Kuchen und etwas zu trinken. Franziska erinnert sich an die erste gemeinsame Zeit: „Damals konnte Abdul noch nicht so gut Deutsch und hat kaum gesprochen. Irgendwann ist der Knoten dann geplatzt. Da hat er einfach angefangen zu reden – fließend. Inzwischen erzählt er von sich aus ziemlich viel. Manches muss ich ihm aber auch aus der Nase ziehen. Wie zum Beispiel das mit dem Zahn.“

Ach ja, der Zahn. Abdul nippt zaghaft an seinem Saft. Den Kuchen hat er noch nicht angerührt. „Schmeckt dir das nicht oder tut’s wieder weh?“ Schulterzucken. Abdul will nicht so recht mit der Sprache rausrücken. Lieber weiter bouldern. Na gut, noch ein paar Runden. Obwohl er kein Wort über die Schmerzen verliert, kennt Franziska ihren Mentee so gut, dass sie merkt, wie sein Zahn ihn quält. Endgültig Zeit für den Heimweg also. Wir verabschieden uns vor der Notunterkunft und wünschen Abdul gute Besserung. Franziska geht noch mit aufs Zimmer, um Abduls Mutter eine Einkaufsliste für die Apotheke zu schreiben. Damit Abdul die gemeinsamen Treffen bald wieder schmerzfrei genießen kann.