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Grenzen überwinden - unser Tandem des Monats im Dezember:             Flamur und Saskia















Als Flamur und Saskia, unser Tandem des Monats im Dezember, sich treffen, ist die Freude bei beiden groß. Seit letzten Sommer haben sie sich nun nicht mehr gesehen. Damals kam der Brief. Der Asylantrag von Flamurs Familie wurde abgelehnt und sie mussten ausreisen. Für Mentorin Saskia war klar, dass sie mit ihrem Mentee in Kontakt bleiben und ihn, seine Eltern und fünf Geschwister so bald wie möglich besuchen wird. Das hat sie ihm beim Abschied versprochen und letztes Wochenende war es endlich soweit.

 Als ich ankam, haben die Kinder sich total gefreut“, erzählt Saskia. „Am Anfang haben sie nur zögerlich Deutsch gesprochen. Ich dachte schon, sie haben es vergessen, aber nach ein paar Stunden war plötzlich alles wieder da.“ Flamur erzählt Saskia von seinem Leben in Podujeva, einem Dorf im Nordosten Kosovos. Vieles hat ihm in Berlin besser gefallen und vieles vermisst er, vor allem die Miriam-Makeba-Grundschule in Berlin-Moabit, die er etwa ein Jahr lang besucht hat. Seine neue Schule gefällt ihm nicht so gut. Doch jetzt am Wochenende hat er zum Glück schulfrei und kann Saskia seine Heimat zeigen: Sie gehen zusammen zum Spielplatz, spazieren durch das Dorf und über den Markt und spielen wie früher in Berlin eine Runde Fußball. Zu Hause backen sie mit Hilfe von Mama Vetima Börek und Brot und jeden Tag werden verschiedene landestypische Spezialitäten für die Besucherin aus Berlin zubereitet.

 














Natürlich hat Saskia auch noch eine kleine vorweihnachtliche Überraschung dabei: Für die Kinder gibt es einen Fußball und warme Winterkleidung und für die Eltern einen Zuschuss zur Miete. Saskia hat in ihrem Freundeskreis gesammelt und auch Moabit Hilft unterstützt die Familie mit Spenden für Miete und Feuerholz. Denn trotz aller Bemühungen gibt es für Flamurs Vater nur gelegentlich Arbeit als Handwerker. Die Auftragslage im Kosovo ist generell schlecht und gerade jetzt im kalten Winter gibt es nur für die wenigsten Arbeit. Umso mehr freuen sie sich über die Unterstützung der Menschen, die sie in ihrer Zeit in Deutschland kennengelernt und liebgewonnen haben.

Als Saskia sich auf den Rückweg macht, sind alle ein wenig traurig. In den nächsten Monaten werden sie sich nur über den Facebook Messenger sehen und sprechen. Doch der nächste Besuch ist schon geplant. Saskia hat sich vorgenommen, dann noch ein paar mehr Spielsachen mitzunehmen, denn davon haben die Kinder nicht allzu viel. Flamur hofft, dass es dann schon warm ist und er mit seiner Mentorin noch mehr draußen spielen und am besten auch schwimmen gehen kann. Das hat ihm in Berlin schon immer besonders gut gefallen.














Im Sommer 2016 in Berlin: Mentorin Saskia mit Mentee Flamur und dessen jüngerer Schwester Rinessa beim Erdbeeren pflücken und naschen