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Hauptgewinn – Unser Tandem des Monats im Oktober: Mohammed            und Oliver 












Das erste Kennenlernen unseres Tandems des Monats im Oktober in Mohammeds vorübergehender Unterkunft verlief etwas schleppend, beide waren sichtlich nervös und versuchten ein paar Worte auszutauschen. Doch Museumsbesuche konnten das Eis schnell brechen. Jetzt nach 6 Monaten Mentoring mit Oliver kennt Mohammed sich bestens in der Kulturlandschaft Berlins aus. Jeden Donnerstag holt Oliver ihn im Hostel ab und zeigt ihm Berlin. Oliver ist Dozent für Bühnenbild an der Universität der Künste und nimmt Mohammed überall mit hin, auch Universitätsluft hat er schon geschnuppert. Mohammed ist 16 Jahre alt, alleine aus Afghanistan geflohen und nun seit etwa einem Dreivierteljahr in Berlin. Er besucht eine Willkommensklasse an einem Oberstufenzentrum, doch seine Lehrerin ist leider seit Wochen krank. Daher lernt Mohammed nun vormittags in der Universität bei Oliver im Büro und nachmittags besucht er einen privaten Sprachkurs. Oliver hilft ihm bei den Hausaufgaben und gibt sein Bestes um schulische Lücken zu schließen. Am Anfang war die Verständigung der beiden noch schwierig, mittlerweile unterhalten sie sich fließend und schreiben regelmäßig bei WhatsApp. Im Kino haben beide gemeinsam Tschik von Fatih Akin geschaut, ein wunderbarer Film für Jugendliche und Erwachsene. Mohammed hat schon die Hälfte des Films verstanden und möchte ihn auf jeden Fall noch einmal sehen.

Mohammed ist bereits festes Mitglied der Familie, auch mit Olivers kleinem Enkel und Olivers Frau Anna versteht sich Mohammed bestens. Oliver und Mohammed haben eine sehr vertrauensvolle Beziehung – Oliver möchte ihm viel ermöglichen, um das Ankommen zu erleichtern. Mohammed ist begeisterter Ringer und ringt nun auch in einem Verein. Ringen ist in Afghanistan eine traditionelle Sportart, toll dass Mohammed auch hier seiner Heimat etwas verbunden sein kann. Auch bei gemeinsamen Kochabenden wird eifrig Deutsch gelernt und Oliver versucht sich in afghanischer Kochkunst. Schließlich soll sich Mohammed willkommen und geborgen fühlen. 
Wir treffen die beiden im Mauerpark, ein Familienausflug an einem Sonntag: Tochter, Enkel und Frau von Oliver sind auch dabei, alle genießen den farbenfrohen sonnigen Herbsttag. Wir möchten gar nicht lange stören, gleich wollen sich alle in einem vietnamesischen Restaurant stärken. Nach ein paar Fotos verabschieden wir uns wieder.

Mit seinen 16 Jahren hat Mohammed gute Chancen eine Ausbildung in Deutschland zu machen, bei seinem Fleiß und Olivers Unterstützung wird das bestimmt kein Traum bleiben. Vielleicht kann er auch studieren, denn die Stimmung in der Universität gefällt Mohammed gut. Für Oliver war das Mentoring nicht genug, er hat Mohammed ins Herz geschlossen und übernimmt seit einem Monat mehr Verantwortung – er ist Mohammeds offizieller Vormund und kann nun viele Entscheidungen treffen. Ein Hauptgewinn für beide Seiten.